Wie die Umsetzung von Vorsätzen und Veränderungen spielend gelingt

Silvester und die Tage davor ist eine Zeit für Reflektionen und…Neujahrsvorsätze.

Wie sieht es bei Dir heute damit aus? Bist Du noch voller Tatendrang und Motivation oder haben Termindruck, Überstunden, emotionaler Stress, schlechter Schlaf und die übliche Alltagsroutine schon wieder überhandgenommen?

Das neue Jahr ist erst 4 Wochen jung, aber wenn ich mir die vielen Gesichter in den PKW’s und öffentlichen Verkehrsmitteln anschaue, erschleicht mich der Gedanke „Same procedure as every year.“ Wieder die gleichen verschlossenen Gesichter, manche schon wieder genervt und strahlende und lachende Menschen sind wieder wahre Ausnahmen.

Was ist los, frage ich mich da?

Okay, ich weiß, die Alltagsroutine ist wie ein Lieblingspulli und kann uns schnell wieder im Griff haben, aber geht das wirklich so schnell? Leider bestätigen die Statistiken die traurige Wahrheit: Über 80% der Neujahrsvorsätze sind nach 4 Wochen wieder über Bord geworfen.

Hast Du es geschafft, Deinen Vorsätzen treu zu bleiben? Wenn Ja, dann GRATULATION! Von Herzen! Dann gehörst Du zu den 20% der Bevölkerung, die Ihren Geist bereits sehr gut trainiert haben, bei Veränderungen schnell wieder in die Balance oder – besser gesagt – in die Kohärenz zu kommen.

Das Bedürfnis unseres Gehirns in Kohärenz zu arbeiten, also energiesparend und für herausfordernde Notfälle immer gerüstet, ist einer der Hauptgründe, warum uns Veränderungen so schwer fallen. Und wenn Du zu denen gehörst, die mit den Veränderungen Schwierigkeiten haben, bist Du in guter Gesellschaft. Wie gesagt: ca. 80% der Bevölkerung tun sich schwer,  ihre neuen Vorhaben konsequent umzusetzen.

Die Lösung – Rule of three

Es gibt Möglichkeiten, unser Gehirn in seinem Rhythmus auf die Veränderungen einzuschwingen. Mit der ‚Rule of Three‘ kann es auch Dir gelingen, neue und für Dich zuträglichere Verhaltensmuster in Dein Leben zu integrieren. Diese relativ simple Regel besagt folgendes:

  1. Nimm Dir ein Ziel vor. Formuliere dieses ganz konkret. Unser Gehirn mag es sehr konkret. Zu sagen „Ich gehe ab nächste Woche früher aus dem Büro“ ist kein Ziel, sondern lediglich eine unklare Absichtserklärung ohne Wirkung, die in der äußeren Hirnrinde quasi hängen bleibt. Klar wäre dagegen: „ Ab 1.3. verlasse ich das Büro um 18.00 Uhr“, denn dann kombinierst du Deinen Vorsatz mit Emotionen und stellst Dir vor, wie es ist (nicht sein wird – nein, wie es ist!). So aktivierst Du die emotionalen Regionen in Deinem Gehirn. Und NUR DANN wird aus der Absicht ein konkretes, emotional gefühltes Ziel und Du gehst motiviert an die Umsetzung.
  2. Teile Dein Ziel in je drei winzige Tagesziele ein. Das können – um bei meinem Beispiel zu bleiben – so einfache Dinge sein wie:
    • Sortiere jeden Morgen Deine Aufgaben nach dem Eisenhower-Prinzip (Aufgaben, die dringend + wichtig sind, diejenigen, die dringend aber nicht so wichtig sind, jene, die wichtig aber nicht so dringend sind terminierst Du und diejenigen Aufgaben, die nicht so dringend und auch nicht so wichtig sind, vergisst Du direkt ;-))
    • Jede Aufgabe, die Du erledigt hast, notierst Du Dir kurz (dann hast Du am Ende eines jeden Tages etwas zu feiern!)
    • Lass Deinen Wecker am Handy spätestens um 17.55 h klingeln, um zu beginnen, Deinen Schreibtisch aufzuräumen.
  3. Beobachte Dich in diesem Prozess und feiere jeden Abend Deine Fortschritte. Sicherlich wird es Tage geben, an denen Du vielleicht nicht so viel zu feiern hast, weil Dich verschiedene Dinge überrollt haben. Wenn Du Dich davon aber nicht umreißen lässt sondern am nächsten Morgen wieder voller Vertrauen den Tag startest, wird es Dir gelingen, die Veränderungen schaffen. Die Wissenschaft empfiehlt, sich mindestens 33 Tage, besser noch 66 Tage, Zeit zu lassen. Dann hat Dein Gehirn eine neue ‚Datenautobahn‘ gelegt, der es dann folgen kann, ohne aus der Balance zu kippen.

Mit dieser Anleitung ist es mir gelungen, jeden Morgen 30 Minuten früher aufzustehen, um mit einer Meditation gelassen und freudvoll in den Tag zu starten und auch, um mir regelmäßige Auszeiten in meinen Alltag zu integrieren. Und seitdem ich auch die 50:10 Regel beherrsche, habe ich tagsüber sogar Zeit, zwischendurch Mal eine kleine Runde zu tanzen. Das macht nicht nur den Geist fit sondern hebt auch enorm meine Stimmung.

Und noch zwei Tipps

Hast Du schon von dieser Regel gehört? 50:10 bedeutet, 50 Minuten fokussiert und sehr konzentriert zu arbeiten und dann 10 Minuten etwas anders zu machen. Z.B. 50 Minuten an einem Projekt arbeiten, 10 Minuten ausschließlich Telefonate führen. Du kannst Dich aber auch sehr gut sportlich betätigen. Es muss nicht das Tanzen sein so wie bei mir, nein, aber z.B. in einem Treppenhaus die Etagen rauf und runter stürmen bringt genauso viel Bewegung in Deinen Körper und mit Kollegen macht es natürlich noch viel mehr Spaß. Für den Fall, dass Deine Aktion bei Deinen Vorgesetzten auf Irritation stoßen sollte, melde Dich bei mir. Ich schicke Dir gerne die wissenschaftlichen Belege dazu, dass diese Methode Deine Effizienz nachweislich steigert J (Und nebenbei bemerkt, unterstützt dieser Rhythmus auch Dein Vorhaben, das Büro immer pünktlich zu verlassen, denn Du bekommst viel mehr erledigt.)

Und mein letzter Tipp: Sei milde mit Dir. Druck und Verbissenheit sind absolute Feinde für Deinen empfindlichen Geist. Mit viel Selbst-Liebe, der Annahme des Scheitern-dürfens und einer spielerischen Herangehensweise gelingen Dir selbst größere Verhaltens-Veränderungen.

Ich freue mich, wenn Du meine Tipps ausprobierst und mir davon berichtest. Und gib mir auch dann Bescheid, wenn es so gar nicht klappen will mit der Umstellung. Wir schauen dann gerne gemeinsam, was der Grund dafür sein könnte (und vielleicht zaubern wir ihn ja auch direkt weg ;-)).

Jetzt wünsche ich Dir viel Freude dabei, Deinen Vorsätzen treu zu bleiben und sie in Dein Leben zu integrieren. Ich bin sicher, es wird Dir gelingen.

Herzliche Grüße

Photo by Ember + Ivory on Unsplash

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