Morgen beginnen die närrischen Tage

 Zugegeben, ich bin von Natur aus keine große Karnevalistin, obwohl ich in Düsseldorf geboren wurde. Als Kind und Jugendliche feierte ich gerne die närrischen Tage, aber mit meinem 17. Lebensjahr fällte ich die Entscheidung, ich hätte genug gefeiert.

Warum? Nein, ich hatte kein traumatisches Erlebnis ;-). Es war einfach das Gefühl, genug Karneval gefeiert zu haben. Es konnte nicht mehr schöner werden. Verrückt, solch ein Gefühl mit 17 Jahren, oder? 3 Jahre später musste ich aus beruflichen Gründen noch mal zu einer Karnevalsfeier. War es schön? Was denkst Du? Nein, es war traumatisch… aber das ist ein anderes Thema.

  Zurück zu meiner Entscheidung in jungen Jahren.

 Kennst Du solche Momente in Deinem Leben? Du spürst ganz tief in Deinem Bauch, dass Du in diesem Bereich keine weiteren Erfahrungen mehr benötigst. Es ist einfach genug, und Du kannst Dich auf den Weg machen, andere Kenntnisse zu erlangen?

Damals, mit 17, war es für mich völlig normal, auf meine Intuition und meinen Bauch zu hören. Ich habe nicht weiter darüber nachgedacht und empfand es als völlig selbstverständlich.  

 Als ich dann immer ‚erwachsener und vernünftiger‘ wurde, gab es Jahre, in denen ich in bestimmten Bereichen weiterhin auf meinen Bauch hörte, in anderen wiederum über jeden Impuls aus meinen Inneren unzählige Mal nachgedacht und sie mürbe gekaut habe. Die Ergebnisse dieses ewigen Zerdenkens ahnst Du sicherlich schon: Entweder bekam ich in einer ähnlichen Situation erneut den Impuls oder aber äußere Umstände trafen für mich eine Entscheidung. Das waren dann eher die schmerzhafteren Lektionen.

  So wie letztens bei einem Bekannten:

 Er beklagte sich über die Zusammenarbeit mit einem großen und sehr wichtigen Kunden. Seit nun 6 Monaten plage er sich mit diesem Klienten, bekommt – wie er sagt – dabei graue Haare und weiß nicht, wie er sich aus dieser so kräftezehrenden Verbindung lösen soll. Beim ersten Telefonat mit diesem Kunden hatte er ein ungutes Bauchgefühl – retrospektiv betrachtet ;-). Das überhörte er allerdings, denn sein Verstand zählte ihm viele Gründe auf, warum es sich doch lohnen würde, mit diesem Kunden zusammen zu arbeiten. Und das erstaunlichste daran ist… Dies ist nun Kunde Nr. 6. Ob er beim nächsten Kunden mehr auf sein Bauchgefühl hört? Ich wünsche es ihm von Herzen. 

  Eines weiß ich aber mittlerweile mit Sicherheit: Es macht absolut Sinn, unserem Bauchgefühl zu vertrauen und mit Achtsamkeit auf zarte Impulse aus dem Bauchraum zu achten. Dieses, von der Natur eingerichtete, Gefühl kann uns nicht nur schützen, immer und immer wieder in Situationen zu kommen, die nicht zuträglich für uns sind. Vielmehr können wir dieses Gefühl nutzen, um die für uns förderlichen, Freude schenkenden und glücklich machenden Entscheidungen zu treffen – im Beruf, in Beziehungen und ganz allgemein.

 Willst Du wissen, woher ich das weiß?

 Es ist einfache Biologie. Okay, vielleicht fortgeschrittene, die allerdings nicht in der Schule gelehrt wird – noch nicht! Das Nervengeflecht in unserem Bauch, auch gerne Bauch-Hirn genannt, besteht aus derselben Mutterzelle wie unser Gehirn. Und sind weiterhin konstant miteinander verbunden.

Wie cool ist das denn?

Heute ist bewiesen, dass es sowohl Bauch-Hirn als auch das ’normale‘ Hirn gibt. Früher wurde das Bauch-Hirn in erster Linie den Frauen zugeschrieben und oftmals abgetan mit so Sätzen wie ‚Ja, Du mit Deinem Bauchgefühl!‘ Andersherum wird insbesondere in Liebesdingen gerne gesagt: ‚Hör auf Deinen Bauch‘. Fakt ist, wir alle verfügen über dieses Bauch-Hirn. So wie eine Herde Zebras, die die Gefahr durch den Löwen erahnt oder Elefanten, die den Weg zur Wasserstelle finden.

 Leider Nutzen wir Menschen diese Gabe viel zu wenig.

 Von klein an haben wir gelernt, vorrangig der Stimme unseres Verstandes zu lauschen. Und so ist die Stimme des Bauch-Hirns für viele immer leiser geworden. Das liegt allerdings in erster Linie daran, dass wir darauf trainiert sind, dem Verstand viel Aufmerksamkeit zu schenken. Und nun denkt er, er wäre der Herr im Hause 😉 Dem ist aber bei Weitem nicht so. Es geht immer um Balance. Deshalb bin ich eine große Verfechterin der täglichen Integration des Bauch-Hirns. Und zwar in allen Lebenslagen, nicht nur im privaten Bereich! Der Grund dafür liegt u.a. in folgendem Erlebnis. 

Mit Beginn meiner ersten Schwangerschaft wechselte ich in die Freiberuflichkeit. Das lief einige Jahre wirklich gut. Kleine Familie, Hauskauf, Hund… das volle Programm. Kleine Aufs und Abs in der Auftragslage stemmten wir als Familie mit Leichtigkeit.
Dann aber kündigte mein damaliger Kunde meinen Vertrag. Und kein neuer Auftag weit und breit in Sicht. Unsicherheit zog mit in unser Haus und ich schmeckte zum ersten Mal den fahlen Geschmack der Existenzangst. Aber ich bzw. wir verzagten nicht und… Hurra! Über liebe Bekannte erhielt ich ein traumhaftes Angebot als Angestellte in einer großen deutschen Stiftung. Alles, wirklich alles passte. Auf den ersten Blick! Gehalt, Urlaub, halt all die rational abzuwägenden Punkte. Der Vertrag lag auf unserem Küchentisch und ich musste nur unterzeichnen. Zum Verständnis: Damals war ich die alleinige ‚Brötchenverdienerin‘, denn mein Mann hatte sich für die Betreuung der Kinder entschieden. Mit der Unterschrift hätte ich uns alle in eine komfortable Sicherheitszone bringen können. Ich war nur einen Schritt davon entfernt!
Abends saßen wir am Tisch und ich erzählte meinem Mann von diesem Gefühl, das sich durch meine Eingeweide zog. Ich wollte, dass die Unsicherheit aus unserem Haus auszog, ich wollte wieder mehr Lachen, Freude und Leichtigkeit für unser kleine Familie. Allein:

Mein Bauch sagte NEIN zu diesem Job.

 Schweren Herzens und doch sicher, dass es eine andere Lösung gibt entschied ich, abends um 21.30 Uhr den Geschäftsführer anzurufen und abzusagen. What a shame – aber es war ein Befreiungsschlag!

Zwei Monate später hatte ich wieder einen Auftrag und mein Herz jubelte, denn dort konnte ich all das einbringen, was ich gerne tat.

Und ja ich weiß, zu solch einem Schritt gehört noch mehr als reines Bauchgefühl. Ohne Mut und einem Partner an meiner Seite, der mir zutiefst vertraut, hätte ich mich mit diesem Schritt schwer getan. Deshalb danke ich meinem Mann an dieser Stelle auch nochmals von Herzen!

 Seit dem Zeitpunkt weiß ich: Ich kann meinem Bauch zu 100% vertrauen.  

 In meinen Coachings frage ich deshalb gerne, ob die Klienten ihren größten Freund und größten Feind kennen würden. Kennst Du ihn? 🙂

 Gemeinsam übe ich mit ihnen, diese oftmals verkümmerte Kraft wieder intensiver zu nutzen.

Wir betreiben quasi Bauch-Hirn-Training!

Und die Rückmeldungen meine Klienten bestätigen es mir: Mit konstantem Training wird ihr Leben tatsächlich leichter, beschwingter und freudvoller. Und mittlerweile gibt es Führungskräfte, die ohne ihr Bauchgefühl keine Entscheidung treffen! Hurra! Denn sie wissen wie ich, welche großartige Unterstützung unser Bauch-Hirn ist.

Wenn Du jetzt festgestellt hast, dass auch Dir eine Portion Bauch-Hirn-Training gut tun würde, um mehr Leichtigkeit und Freude in Dein Leben zu holen, dann melde Dich bei mir. Ich freue mich sehr! Mit einem Klick unten kann Du gerne ein 30-minütiges, kostenloses Informationsgespräch mit mir vereinbaren. 

 Mich interessiert natürlich auch brennend, welche Erlebnisse Du mit Deinem Bauchgefühl hattest. Schreib sie doch gerne unter diesen Beitrag. 

 Herzlichst

 

Photo by Cristian Newman on Unsplash